Willkommen sieht anders aus

SPD übt scharfe Krtik und lehnt das sogenannte Ankunfts- und Tranfer-Zentrum (ATZ) ab.

Obersendling, 8. Dezember 2014 – Das neue ATZ in der Erstaufnahme in der Baierbrunner Straße sei eher ein Loch als als alles anderen, so zumindest formulierte ein BA-Mitglied bei der Dezember-Sitzung des BA19.

Micky Wenngatz, die SPD-Fraktionssprecherin formulierte es drastischer: „Das ist nicht nur ein Loch, das ist menschenunwürdige Unterbringung. Ein Willkommen sieht anders aus.“ Dabei geht Wenngatz mit ihrer Kritik noch weiter: „Die Regierung von Oberbayern kommt einfach nicht aus ihrem Notmodus raus. Und anstatt vernünftig zu planen, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen oder gar das Personal aufzustocken wird mit heißer Nadel an einem Konzept für ein ATZ gestrickt, dass vom ersten Tag an zum Scheitern verurteilt war.“ (Siehe entsprechenden Antrag der SPD).

Und zwei Wochen nach der Eröffnung sieht die SPD alle Befürchtungen bestätigt. Es gibt praktisch keine Dolmetscher – und die, die es für wenige Stunden in der Woche gibt – werden über Spenden und Budget aus den Bezirksausschüssen finanziert und nicht etwa durch die Regierung von Oberbayern. Es sollen derzeit etwa 200 Menschen am Tag durchgeschleust werden. Dabei verstehen die zum Teil traumatisierten Menschen kein Deutsch und in seltenen Fällen englisch. Sie stehen stundenlang in einem nicht belüfteten Wartesaal, denn Stühle gibt es nicht und leider ist es dann eben doch so, dass ein Teil nicht, wie geplant, maximal 24 Stunden sondern mehrere Tage hier verbringen muss. Ohne genügende Sanitäre Anlagen und auch die Versorgung geht über ein Lunchpaket, das eigentlich für den Transfer gedacht ist, nicht hinaus. „Von den hygienischen Verhältnissen will ich gar nicht reden,“ führt Wenngatz weiter aus.

Zurückhaltende Prognosen rechnen spätestens im Frühjahr mit mindestens 500 ankommenden Flüchtlingen pro Tag. Dies würde, wenn man dem Konzept folgt, unter anderem die Bearbeitung von 500 Fällen und rund 1.000 Bewegungen pro Tag in den völlig ungeeigneten und bereits heute überfüllten Räumen bedeuten. „die Regierung von Oberbayern muss sofort umdenken – das ATZ in der Baierbrunnerstraße schließen und an geeigneter Stelle, etwa in der McGraw Kaserne, mit ausreichenden Kapazitäten etablieren“.

Siehe auch Presseberichte:
Wochenanzeiger
SZ

blog/willkommen_sieht_anders_aus.txt · Zuletzt geändert: 2018/06/29 23:58 (Externe Bearbeitung)
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